Buenaaas,
schon die gesamte letzte Woche fühlte ich mich nicht sonderlich fit, aber der vorgestrige Tag hat mir dann endgültig den Rest gegeben, so dass ich gestern nur im Bett lag und eine Kanne Tee nach der anderen trank und mich auch heute nur zwischen Bett und Küche hin und her bewegte.
Am Montag ging ich wie jeden Morgen die Treppe hinuter ins Erdgeschoss zu meinem Fahrrad, das ich im Gang abgestellt hatte. Im Gegensatz zu den Morgen zuvor stand es allerdings nicht mehr da. Ich hatte mir am vergangenen Wochenende einige spanische Kraftausdrücke beibringen lassen, von denen ich einen nun zum ersten Mal en realidad Gebrauch machen konnte: Vaya putada! - Verdammt! Das Fahrrad war weg und ist bisher auch nicht wieder aufgetaucht. Nicht nur, dass ich nun erstmal alles erlaufen muss, bis ich ein neues habe (dieses mal leihe ich es mir nicht, sondern kaufe mir eins auf dem Schwarzmarkt; vielleicht finde ich dort ja auch meines wieder), sondern auch, dass 100€ Kaution weg sind. Puta madre! - Verdammte Scheiße! Mit ziemlich mieser Laune lief ich also zur Uni (zum Glück sind es nur gute fünf Minuten zu Fuß). Im ersten Kurs, La historia de espana en la edad media, bediente sich der Dozent mal wieder seine´ be´ten Andalu´ un´ i´ ve´tan´ kaum ei´ Wor´. An manchen Tagen verstehe ich mehr, an anderen weniger. An diesem Morgen war es definitv weniger, was meine Laune noch weiter sinken ließ.
Am Nachmittag hatte ich dann Ärger mit einem Sevici, einem öffentlichen Rad, dessen Rückgabe nicht registriert wurde. Grrg.
Abends waren wir im Kino. Zur Zeit findet das Europäische Filmfestival Sevilla statt. Wir schauten uns einen, hmm.. ich nenns mal Polit-Thriller, an, der wirklich sehr, sehr spannend war. Los minutos del silencio hieß er. Als wir aus dem Kino, das genau neben dem Stadion des FC Sevilla ist, rauskamen, strömten Menschenmassen ins Stadion. Der FC Sevilla spielte gegen Valencia. Wir hatten große Lust, uns das Spiel anzuschauen und erkundigten uns vor dem Stadion nach Karten. Nora gabelte einen Schwarzmarkthändler auf, der uns 5 Tickets für 50 Euro verkaufen wollte. Der Handel zog sich allerdings dahin, denn er konnte uns die Ticktes nicht gleich geben, sondern musste immer noch mal telefonieren und warten und telefonieren... Schließlich gab ich ihm eine Anzahlung von 20 Euro, mit der er sich dann angeblich auf den Weg machte, die Karten zu kaufen. Dieser Weg, Nora und ich liefen mit ihm, führte immer weiter vom Stadion weg und irgendwann, als er merkte, dass es uns zu bunt wurde und wir das Geld zurückhaben wollten, meinte er, der Zwanziger sei ihm aus der (Jogging)Hosentasche gefallen. Das sei nicht unser Problem, meinte ich, er solle uns gefälligst das Geld zurückgeben. Der gute Mann ließ sich jedoch nicht beirren und setzte seinen Weg unbekümmert in Richtung einer Ubahn-Station fort. Dass er das Geld verloren hatte, glaubten wir ihm nicht, zumal er noch mehrere Fünfziger im Portmonnaie hatte, mit denen er uns aber nicht auszahlen wollte. Ich konnte mich ihm auch nicht mal eben in den Weg stellen, denn er hatte mindestens 120 Kilo auf den Rippen. Wir ließen nicht locker und liefen stest neben ihm her, wussten aber nicht recht, was wir tun sollten. Bis wir zu der Ubahn-Station kamen, vor der fünf Securities standen. Nora lief zu ihnen hin und erläuterte ihnen unseren Fall. Zunächst meinten sie, das wäre eine Sache der Polizei, halfen uns dann aber doch, indem sie dem Dicken den Weg versperrten. Dieser meinte daraufhin plötzlich, er könne einen seiner Fünfziger in einer Bar wechseln lassen und uns unser Geld zurückgeben. Zwei der Securities begleiteten uns daraufhin in die Bar, in der wir den Zwanziger dann endlich zurückbekamen.
Abends waren wir im Kino. Zur Zeit findet das Europäische Filmfestival Sevilla statt. Wir schauten uns einen, hmm.. ich nenns mal Polit-Thriller, an, der wirklich sehr, sehr spannend war. Los minutos del silencio hieß er. Als wir aus dem Kino, das genau neben dem Stadion des FC Sevilla ist, rauskamen, strömten Menschenmassen ins Stadion. Der FC Sevilla spielte gegen Valencia. Wir hatten große Lust, uns das Spiel anzuschauen und erkundigten uns vor dem Stadion nach Karten. Nora gabelte einen Schwarzmarkthändler auf, der uns 5 Tickets für 50 Euro verkaufen wollte. Der Handel zog sich allerdings dahin, denn er konnte uns die Ticktes nicht gleich geben, sondern musste immer noch mal telefonieren und warten und telefonieren... Schließlich gab ich ihm eine Anzahlung von 20 Euro, mit der er sich dann angeblich auf den Weg machte, die Karten zu kaufen. Dieser Weg, Nora und ich liefen mit ihm, führte immer weiter vom Stadion weg und irgendwann, als er merkte, dass es uns zu bunt wurde und wir das Geld zurückhaben wollten, meinte er, der Zwanziger sei ihm aus der (Jogging)Hosentasche gefallen. Das sei nicht unser Problem, meinte ich, er solle uns gefälligst das Geld zurückgeben. Der gute Mann ließ sich jedoch nicht beirren und setzte seinen Weg unbekümmert in Richtung einer Ubahn-Station fort. Dass er das Geld verloren hatte, glaubten wir ihm nicht, zumal er noch mehrere Fünfziger im Portmonnaie hatte, mit denen er uns aber nicht auszahlen wollte. Ich konnte mich ihm auch nicht mal eben in den Weg stellen, denn er hatte mindestens 120 Kilo auf den Rippen. Wir ließen nicht locker und liefen stest neben ihm her, wussten aber nicht recht, was wir tun sollten. Bis wir zu der Ubahn-Station kamen, vor der fünf Securities standen. Nora lief zu ihnen hin und erläuterte ihnen unseren Fall. Zunächst meinten sie, das wäre eine Sache der Polizei, halfen uns dann aber doch, indem sie dem Dicken den Weg versperrten. Dieser meinte daraufhin plötzlich, er könne einen seiner Fünfziger in einer Bar wechseln lassen und uns unser Geld zurückgeben. Zwei der Securities begleiteten uns daraufhin in die Bar, in der wir den Zwanziger dann endlich zurückbekamen.
Der Tag war also wirklich nicht schön, er drehte sich nur um Diebstahl, Geldverlust und Betrug. Bäh. Schlag-k.o. fiel ich ins Bett und wachte am nächsten Morgen krank auf. Joder. Kacke.
Vor zwei oder drei Wochen mieteten Cordelia, Nora, Elena, eine Französin (deren Namen ich nicht mehr weiß) und ich uns ein Auto und fuhren in die Sierra de Norte, ein Mittelgebirge im Norden Sevillas. Dort wanderten wir durch sanfte Hügellandschaft, in der lose verteilt Steineichen wachsen. Von deren Eicheln ernähren sich die iberischen Schweine, wodurch der aus ihrem Fleisch hergestellte Serrano-Schinken seinen besonderen Geschmack erhält. Immer wieder passierten wir große landwirtschaftliche Anwesen, auf deren Weiden Kampfstiere gezüchtet werden und das herrlichste aller Stierleben führen, bis sie in der Arena abgeschlachtet werden. Die Wanderung führte zu den Ruinen der römischen Stadt Munigua.
![]() | |
| Steineichen"wald" |
![]() | |
| v. l. n. r.: Die Französin, Cordelia, Nora, Elena |
![]() | |
| Kampfstier |
![]() | |
| Kirchturm in Carmona |
![]() | |
| Munigua |
Im Anschluss fuhren wir noch nach Carmona, einer schönen, kleinen Stadt im Norden Sevillas. Dort aßen wir auf einem schönen Platz zu Abend. Es war Samstag und so waren viele Leute, insbesondere die Kinder, fein herausgeputzt und in ihren besten Klamotten unterwegs. Kleine Kinder werden hier an den Wochenenden schick gemacht was das Zeug hält. Die Mädchen tragen Kleidchen und Schleifchen, die Jungen kurze Anzugshosen, todschicke Hemden und die Haare zu einem akuraten Seitenscheitel gekämmt. Sie sehen dann ein bisschen aus wie Kinder in Deutschland auf Fotos aus den 40ern oder 50ern.
Letzen Sonntag war ich mit Nora, Elena und Lisa in Ronda, einer cueva (Tropfsteinhöhle) und in Zahara de la Sierra. Ronda ist eine nette kleine Stadt, die vor allem für ihre spektakuläre Brücke über eine tiefe Schlucht, die die Stadt in zwei Hälften teilt, berühmt ist.
Vor der Stierkampfarena. Hier, nicht wie ich mal geschrieben hatte in Sevilla, wurde der Stierkampf zu Fuß erfunden.
![]() |
| Die Schlucht |
![]() | |
| El puente nuevo, Rondas berühmte Brücke |
![]() | |
| Umgebung von Ronda |
Anschließend schauten wir uns eine ziemlich große Tropfsteinhöhle an, in der bis vor ca. 4000 Jahren Menschen lebten. Leider durfte man nicht fotografieren. Es waren noch einige Malereien an den Wänden zu sehen.
![]() |
| In der Nähe der Höhle |
Von der Höhle fuhren wir weiter in das kleine Bergdorf Zahara de la Sierra, das wunderschön am Fuß eines riesigen Felsens und oberhalb eines Stausees gelegen ist. Der Ausblick vom Gipfel des Felsens, auf dem eine alte maurische Festung steht, war wunderbar. Leider wurde es bereits dunkel, als wir oben ankamen. Im Ort aßen wir noch leckere Tapas zu Abend und fuhren dann zurück nach Sevilla.
![]() | |
| Das Dorf ganz hinten im Bild, das ist Zahara |
![]() |
| Das Dord im Hintergrund ist nicht Zahara |
![]() | |
| Blick vom Berg |
Jo und seine Freundin kommen mich nächste Woche im Rahmen ihres Andalusienurlaubs besuchen. Wir werden zusammen nach Granada fahren und wohl auch nochmal nach Ronda und Zahara. Wenn das Wetter gut ist, werden wir eine kleine Wanderung machen.
Thema WG: Vanesa, das california gurl, kommt aus ihrem total vermüllten Zimmer mittlerweile gar nicht mehr heraus und wenn man sie dann doch mal zufällig antrifft, verschwindet sie sofort. Fiamma hingegen ist ununterbrochen am Skypen und das in einer Lautstärke, die mich bald verrückt werden lässt. Diese Frau kann einfach nicht leise reden - selbst wenn sie direkt vor einem steht, schreit sie einen an. Hinzu kommt, dass die Wände dermaßen dünn sind, dass ich auch das leiseste Flüstern höre und mitreden könnte, wenn ich italienisch spräche. Dieser durch ständiges Lauter- und Leiserwerden gekennzeichnete Singsang begleitet mich den ganzen Tag. Ich hoffe jedes mal bevor ich ins Bett gehe, dass es aufhört und ich nicht schon wieder an ihrer Tür klopfen und sie bitten muss, doch bitte etwas leiser zu reden.
Mir geht es also gut - bis darauf, dass ich noch krank und ohne bici bin. Ein neues Rad werde ich mir frühestens am Wochenende kaufen können. Falls ich morgen wieder fit bin, werde ich ins Casa de Max auf eine jam session (sprich: chamm sässjón) gehen. Im Casa de Max wohnt tatsächlich Max, der seinen großen Innenhof kunstvoll gestaltet und mit einer Bühne versehen hat, auf der täglich Konzerte und jam sessiones stattfinden. Am Wochenende wollen Cordelia, Nora, Elena und ich an einem Kletterschnupperkurs in der Sierra Norte teilnehmen - bis dahin muss ich also wieder fit sein.
Nächste Woche fahre ich mit Jo und seiner Freundin, die eine Woche in Andalusien unterwegs sein weden, nach Granada, um die Alhambra zu besichtigen. Als Miri und ich sie im Februar besuchten, war das Wetter schlechter als Juans Bizza; hoffentlich bleibt das Wetter bis Dienstag beständig. Noch ist es früh- bzw. spätsommerlich warm, wenn die Sonne scheint.
Uni ist manchmal arg nervig hier - fast wie Schule. Ich werde die Tage in einige Sprechstunden gehen müssen, um die Dozenten zu fragen, was sie überhaupt von mir wollen.
Hier noch ein ganz netter TV-Bericht über Sevilla:
http://www.youtube.com/watch?v=7WFiiagkg6k
Ha luego.
Nächste Woche fahre ich mit Jo und seiner Freundin, die eine Woche in Andalusien unterwegs sein weden, nach Granada, um die Alhambra zu besichtigen. Als Miri und ich sie im Februar besuchten, war das Wetter schlechter als Juans Bizza; hoffentlich bleibt das Wetter bis Dienstag beständig. Noch ist es früh- bzw. spätsommerlich warm, wenn die Sonne scheint.
Uni ist manchmal arg nervig hier - fast wie Schule. Ich werde die Tage in einige Sprechstunden gehen müssen, um die Dozenten zu fragen, was sie überhaupt von mir wollen.
Hier noch ein ganz netter TV-Bericht über Sevilla:
http://www.youtube.com/watch?v=7WFiiagkg6k
Ha luego.














120? Der Typ hatte mindestens 150kg auf den Rippen ;-) ...aber was wär ein Auslandssemester schon ohne Abenteuer?!
AntwortenLöschen