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| Szene in der Krippenlandschaft im Hausflur (ist hier üblich statt Weihnachtsbäumen) |
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Dienstag, 7. Dezember 2010
Súperpuente
Buenaaaaaaas!
Heute ist "súperpuente". Ich tu mir etwas schwer damit, genau zu beschreiben, was das eigentlich ist. Der Taxifahrer, der mich am Freitag zum Bahnhof in Sevilla gefahren hat, bezeichnete so das durch zwei Feiertage und einen Brückentag ("día de puente") extrem verlängerte Wochenende. Am Montag war "Día de la Constitución", morgen ist "La Inmaculada" (Maria Empfängnis) und heute eben "puente".
Das kommt mir ganz gelegen, denn ich hatte schon bevor ich davon wusste einen viertägigen Trip nach Madrid gebucht, um mich dort mit Miri zu treffen. Ich fuhr am Freitag morgen mit dem Schnellzug, der Sevilla und Madrid auf direktestem Weg verbindet. Der Zug hielt auf der ca. 500 Kilometer langen Strecke nur einmal in Córdoba und passierte das Bergarbeiterstädtchen Puertollano; ansonsten raste er durch menschenleere, teils verscheneite Mittelgebirgslandschaft hinauf auf die 700 Meter hoch gelegene "meseta" (Hochebene) , in der Madrid liegt.
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| Aus dem Zug heraus fotografiert |
Ich weiß nicht, ob es am "súperpuente" lag, oder ob in Madrid immer so viel Trubel herrscht - auf jeden Fall war die Hölle los. Durch die Innenstadt, an der Puerta del Sol, auf dem Plaza Mayor und in den unzähligen Bars zwängten sich riesige Menschenmassen, vielleicht zu vergleichen mit denen, die sich am samstags vor Weihnachten über die Zeil schieben. Alles war bunt beleuchtet, es gab einige Weihnachtsmarktstände und vor allem ziemlich abgefahrene Straßenkünstler: Menschen, die als Monster ohne Kopf verkleidet durch die Gegend liefen oder sich in kleine Puppen zwängten und sie Gitarre spielen ließen. Auf dem Plaza Mayor stand einmal ein junger Typ mit einem Säbel in der Hand. Um ihn herum hatte sich eine große Menschentraube versammelt. Ihm gegenüber stand eine Frau, die er immer wieder dazu aufrief, ihm einen Apfel zuzuwerfen: "Christiiiinaaa: Lanndsa la manndsana!!" Christina, rief er sie lautstark und in einem unüberhörbar deutschen Akzent auf, wirf mir den Apfel zu! Ich gehe davon aus, dass er ihn mit seinem Säbel in der Luft zertrennen wollte, aber irgendwie schlugen Christinas Wurfversuche immer wieder fehl. Irgendetwas schien nicht zu funktionieren und so versuchte der Künstler ersteinmal, für Stimmung zu sorgen, in dem er seinen Säbel auf einen Kegel in seiner anderen Hand schlug und dem Publikum so den Rythmus zum Klatschen vorgab: "Mass fwerte!! Mass fwerte!!" - Stärker, los stärker! Anschließend verkündete er seine Absichten: "Esso ess mii trabachoo! Poa favoa uhn euro, sinko sonn fanntasstiko!" - Ich lebe hiervon, bitte geben sie mir einen Euro oder fünf, das wäre super! Dann versuchte Christina nochmal den manndsana zu lanndsan, aber wieder völlig daneben. Daraufhin wandten sich die meisten Leute ab, drehten sich um und gingen weg. Sichtlich nervös nahm der Typ nun seinen Säbel in die eine, einen Kegel in die andere Hand und begann damit und dem Apfel zu jonglieren, wobei er währenddessen immer wieder den Apfel in den Mund nahm und ein Stück abbiss, bis er den ganzen Apfel jonglierend aufgegessen hatte. Das war wirklich beeindruckend, allerdings schauten ihm dabei keine zehn Leute mehr zu...
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| Häuserfront an der Plaza Mayor |
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| Abends an der Puerta del Sol |
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| Der Palacio Real |
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| Kapelle am Palacio Real |
Sonntags morgens findet in Madrid der "Rastro", der größte Flohmarkt Europas, statt. Die Bezeichnung Wochenmarkt trifft es allerdings besser, denn die meisten Verkäufer sind kommerzielle Händler. Der Menschenandrang war riesig und wir entschieden uns gegen ein Durchzwängen zwischen Ständen, an denen ohnehin stets der gleiche mehr oder weniger langweilige Plunder verkauft wird (Klamotten, Schmuck, Aufnäher, Bob Marley-Poster, Klamotten und, äh, Mützen und Ohrringe und Schuhe und Räucherstäbchen und Aufnäher und auch Strickjacken und Ohrenschützer und vor allem Klamotten und manchmal auch Kurt Cobain-Poster...).
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| El Rastro |
Vor zwei Wochen war ich auf dem Flohmarkt in Sevilla, vor allem um nach einem neuen Fahrrad zu schauen (ich habe aber kein gescheites gefunden bzw. die gescheiten waren mir zu teuer). Der Markt findet jede Woche auf der Isla Cartuja statt, dirket hinter dem Gelände der Weltausstellung von 1992. Den Ort zu finden war nicht so ganz einfach, so dass ich lange auf dem Expogelände umherirrte. Einige alte Pavillons werden heute noch von Firmen oder Instituten genutzt, viele gammeln aber auch nur vor sich hin. Der "Rastro" in Sevilla war flohmarkt-mäßiger als sein großer Bruder in Madrid. Es gab allen möglichen Ramsch, Bücher, Filme, alte Möbel und natürlich auch Klamotten und Che Guevara-Poster.
Zurück zu Madrid:
Zurück zu Madrid:
Besonders schön war es am Sonntag Abend im Hamam, einem arabischen Bad. Das Hamam befindet sich in einem Kellergewölbe und besteht aus einem Dampfbad, einem Kalt-, mittel temperierten und Heißwasserbecken sowie Massageräumen. Dort ließen wir es uns zwei Stunden lang gutgehen.
"Madrid ist keine Schönheit, aber ein Hingucker". So oder so ähnlich lautet ein Sprcihwort über die Stadt und ein bisschen was ist auch dran. Madrid wartet nicht mit einer so schönen Altstadt wie Sevilla oder Córdoba auf und hat auch kein besonders monumentales oder spektakuläres Bauwerk aufzuweisen. Was Madrid, wie ich finde, interessant macht, sind das impulsive (Nacht)Leben und die vielen eigen-artigen "barrios" (Stadtviertel) um das Zentrum herum (ähnlich wie in Berlin). Ach ja und nicht zu vergessen natürlich die Kunstmuseen ;).
Während der vergangenen Tage gab es in Spanien einen (wohl unangemeldeten) Fluglotsenstreik. Die spanische Regierung rief daraufhin den Notstand aus. Das Militär besetzte die Tower einiger Flughäfen und verhängte Militärrecht über sie, so dass den Fluglotsen im Falle einer Weiterführung des Streiks bis zu 15 Jahre Haft gedroht hätten. Auf diese nicht gerade zimperliche Art und Weise hat der spanische Staat klargemacht, was er von Streiks hält, die ohne seine Erlaubnis stattfinden und welchen Mitteln sich zu bedienen er bereit ist, um solche unrechtmäßigen Aktionen zu beenden. Die Fluglotsen wurden an ihre Arbeitsplätze zurück gezwungen und der Flugbetrieb läuft seit gestern morgen wieder normal.
Miri ist trotz alle dem ohne Probleme nach Hause gekommen - schon ob der Hinflug stattfinden würde, war ja aufgrund des Schneechaos in Frankfurt fraglich. Von all der winterlichen Kälte merkt man hier nichts. Heute sind es um die 20 Grad, allerdings fällt ab und zu heftiger Regen und es gewittert. Ab morgen soll dann aber wieder die Sonne scheinen und es wird noch wärmer.
Nach dem etwas ungemütlichen Versuch vor einigen Wochen, an Tickets für ein Spiel des FC Sevilla zu gelangen, hat es nun endlich geklappt. Ende November war ich zusammen mit Alex, der Cordelia für einige Tage in Sevilla besucht hatte, auf einem Fußballspiel im Stadion Ramoz Sanches-Pizjuan. Auch über einen Schwarzmarkthändler, aber diesmal über einen mit Hosentaschen ohne Löcher, gelangten wir an Tickets für ein Ligaspiel gegen Real Mallorca. Unsere Plätze waren genau in der Fankurve des FC Sevilla, wobei man sagen muss, dass das Fantum hier nicht zu verlgeichen ist mit dem in Deutschland. Zwar haben sich meine Fluchfertigkeiten während der 90 Minuten ungemeint verbessert (was "Schiiiriiiiiii!!!!!!!" auf Spanisch heißt, weiß ich aber leider noch nicht), doch sind die Fans hier nicht so ultra-mäßig drauf wie beispielsweise in Frankfurt. Das Spiel war kein Kracher, aber durchaus interessant und stellenweise auch spannend. Real Mallorca (zu diesem Zeitpunkt auf Platz 10 in der Tabelle; Sevilla war 5.) war die bessere Mannschaft und ging auch recht früh in Führung. Erst drei Minuten vor Schluss gelang Sevilla der Ausgleich - jedoch legte Mallorca in der Nachspielzeit noch eines nach und gewann schließlich mit 2:1. Hijos de puta!! ;).
Am 15. Dezember spielt Sevilla hier gegen Dortmund im Europapokal. Ich treffe mich später mit einem Kumpel am Stadion, um uns nach Tickets zu erkundigen. Ich befürchte allerdings, dass die Tickets, wenn es denn überhaupt noch welche gibt, zu teuer sein werden, als dass ich sie mir leisten werden kann.
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| Das Stadion von außen... |
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| ...und von innen. |
Ein absolutes Fußball-Großereignis fand am vorvergangenen Montag statt: "El Partido". Das Spiel. Der FC Barcelona traf in der Liga auf Real Madrid. An diesem Tag sprach jeder nur von "El Partido" und der Frage, wo man es denn gucken würde. Ich schaute es mit eingen Leuten zusammen in einer Sportsbar und "El Partido" hielt wirklich, was die großen Namen auf dem Rasen versprachen: Barcelona fegte Real mit 5 zu 0 vom Platz. Qué fuerte!
Die Woche davor war ich dann endlich mal auf einer Jam Session im Casa de Max. Wie ich schon mal geschrieben hatte, ist das Casa de Max eine große, überdachte Garage, in der Max wohnt und eine Bühne aufgebaut ist, auf der donnerstags Jam Sessions stattfinden. Es war brechend voll, die Musik angenehm unvorhersehbar (und nichtsdestotrotz gut) und die Stimmung sehr gut. Wirklich ein einmaliger Ort.Im Anschluss in einer Bar.
Joa, was gibts sonst noch zu erzählen? Dienstags gehe ich jetzt immer auf einen sogenannten Stammtisch espanol-alemán, was nichts anderes ist, als dass sich alle möglichen Leute in einer Bar treffen, um Spanisch bzw. Deutsch zu sprechen und zu üben und Leute kennenzulernen. Außerdem habe ich einen Tamdempartner, Juanma, mit dem ich mich auf Englisch und Spanisch unterhalte (also er will sein Englisch verbessern, ich mein Spanisch). Juanma ist ein netter Kerl und wir teilen auch viele Interessen, so dass wir öfter was miteinander unternehmen.
Juht, so weit so gut erstmal. Falls mir noch etwas einfällt, trage ich es in den nächsten zwei bis drei Tagen nach.
Über Weihnachten komme ich vom 22.12. bis 3.1. nach Hause.
Liebe Grüße und ha´ta luego.
Roberto
P.S. @ Lisa: Mit dem Perfekt ist es jetzt doch nichts geworden. Lo siento ;).
P.S. @ Lisa: Mit dem Perfekt ist es jetzt doch nichts geworden. Lo siento ;).
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