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Sonntag, 26. September 2010

Algarve

Bom dia,

Miri und ich sind vor drei Tagen aus dem Algarveurlaub zurückgekommen - in ein verregnetes Sevilla. Der Urlaub war sehr schön: Strand, Berge, Städte. Die Algarve ist nicht besonders groß, so dass wir sie von Ost nach West abklappern konnten, wobei die Gegend und die Strände gen Westen immer einsamer, die Klippen immer schroffer und der Atlantik immer wilder werden. Herrscht um Portimao herum Ballermann-Atmosphäre, sagen sich in der Gegend um Aljezur (Westküste) oder in den Hügeln der Sierra de Monchique  Fuchs und Hase gute Nacht. Hier einige Bilder:

An einem Strand in der Nähe von Faro. Dort sind der Küste kilometerlange Düneninseln vorgelagert, die sich bei Ebbe noch vergrößern und ausgedehnte Sümpfe entstehen lassen.




Blick von der höchsten Erhebung der Gegend auf das flache Küstenland und die der Küste vorgelagerten Düneninseln.





Landschaft in der Sierra de Caldeirao, in der wir eine Wanderung machten.





Der Praia Marinha, einer der schönsten Strände der Algarve. An der westlichen Algarve werden die Buchten kleiner und sind von steilen Klippen aus Kalkstein gesäumt, in die der Atlantik im Laufe der Jahrmillionen kleine Grotten und Torbögen hineingespült hat.
Sandskulpturen. Schaut euch bei dem Fischer rechts mal an, wie filigran die Fische in der Kiste und das Tau gearbeitet wurden.
Am Kap Sao Vicente, dem südwestlichsten  Punkt Europas. Hier weht immerzu ein starker Wind, der für mächtige Wellen und eine baumlose Vegetation sorgt.







Menschenleere Strände an der westlichen Algarve bzw. der Westküste.








Die Strände an der rauhen Westküste sind sehr beliebt bei Surfern. Ich habe mich auch mal probiert, allerdings nur auf einem popeligen Bodyboard. Es hat einige Zeit gedauert bis ich es geschafft habe, mich genau in dem Moment in die Welle zu stürzen, in dem sie bricht. Dann hat`s aber `ne Menge Spaß gemacht.




Miri vor einem Ausritt in die Sierra (Mittelgebirge), rechts und unten Aussichten auf die Westküste.
      









Die folgenden Bilder sind aus der Gegend von Lagos, einer sehr angenehmen Stadt im Westen der Algrave. In Gehweite der Stadt gibt es viele kleine, von hohen Klippen umrahmte Sandbuchten und in den Fels gespülte Grotten, zu denen wir eine Bootstour machten. Hinter Lagos beginnt der "stille Westen", in dem es keine Ferienanlagen und Touristenhochburgen mehr gibt, sondern überwiegend hügeliges, karges, unbewohntes Land und steile Felsküsten. Im Hinterland ragt die Sierra de Monchique auf, ein bis zu 900 Meter hohes Mittelgebirge, in dem vor allem Kork- und Eukalyptusbäume wachsen.







Sonnenuntergang an der Westküste

Mittwoch, 8. September 2010

So sieht´s aus

Hola,

mir geht es gut, jedoch litt ich ziemlich unter der großen Hitze, die mich träge machte und alle zwei Minuten ins Bad rennen ließ, um mir mit einem Handtuch den Schweiß aus Gesicht und Nacken zu wischen. Mittlerweile haben sich die Temperaturen bei angenehmen dreißig Grad eingependelt und zudem weht ein frischer Wind. Die heiße Luft lastet nicht mehr wie Gewichte auf den Schultern, Bewegungen gehen nun leichter von der Hand und auf den Straßen ist viel mehr Leben.

Mein Zimmer
Wohnzimmer
Seit einer Woche nun habe ich ein Zimmer in einer 3er-WG. Die Wohnung liegt, wie gesagt, in einer kleinen Sackgasse im Barrio Santa Cruz direkt gegenüber eines Hotels. Das hat einerseits den Vorteil, dass ich keinen Autolärm höre, dafür aber früh morgens das Scheppern von Gepäck- und Lieferwagen. Mit der Wohnung und meinem Zimmer bin ich sehr zufrieden. Die Wohnung ist schön geräumig und liegt ziemlich zentral. Noch zwängen sich Horden von Touristen durch die engen Gassen und füllen die Bars. Die Hauptsaison neigt sich aber langsanm dem Ende zu.

Am Ende der c/ Dos Hermanas

Calle Dos Hermanas


In den vergangenen drei Wochen bin ich viel durch die Stadt getigert und habe mir
die eine oder andere Sehenswürdigkeit angeschaut (Bilder zum Vergrößern anklicken):


Die Stierkampfarena von Sevilla. Hier wurde der Stierkampf in seiner modernen Form erfunden. Ein Torero zu Fuß, und nicht mehr zu Pferd, gibt dem Stier den tödlichen Stoß mit einem Degen in den Nacken. Den Stier haben vorher schon die sogenannten Picadores, berittene Lanzenträger, mit ihren Speeren mit Widerhacken, die sie dem armen Vieh in den Nacken rammen, maltretiert und somit wild gemacht. Aufgabe des Toreros ist es dann, den Stier durch die Bewegung des Tuchs (ein Stier ist farbenblind) zu reizen und ihn kunstvoll an sich vorbeiziehen zu lassen - bis er ihm eben irgendwann seinen Degen in den Nacken rammt. Ich habe es mir mal im Fernsehen angeschaut. Eine echt widerliche Sache bei dem einem Tier kunstvoll Schmerzen zugefügt werden. Der Stier ist leider zu blöd um zu kapieren, dass es der Torero ist, der ihn ärgert und nicht das Tuch selbst. Sonst würde er nämlich nicht nur zum Angriff auf das Tuch übergehen, wenn der Torero es schwenkt, sondern den ganzen Kerl mal auf die Hörner nehmen


Die Giralda ist der Glockenturm der Kathedrale von Sevilla. Die Araber, die bis ins 13. Jahrhundert in Andalusien herrschten, bauten den Turm als Minarett einer großen Moschee. Nach der Reconquista wurde die Moschee abgerissen und eine Kathedrale errichtet - das Minarett wurde zum Glockenturm umgebaut. Seinen Namen erhielt der Turm von der bronzenen Figur, die auf seiner Spitze steht, und sich bei Wind dreht (span. girar).





Blick von der Giralda aus. Hinter dem Platz sieht man den Real Alcázar.







Im Hintergund die Kathedrale, rechts davon ein Turm des Real Alcázar, des nach maurischen Vorbildern gebauten christlichen Palastes.

Die zum Palast gehörenden Gärten.



Das Grab von Christopher Kolumbus in der Kathedrale.








Das Archivo General de Indias. Hier werden alle Dokumente über die spanische Kolonisierung Amerikas von 1492 bis heute aufbewahrt. Ich habe mir dort eine Ausstellung über die Piraten angeschaut.





Der Toro del Oro, ein alter Wachturm aus maurischer (arabischer) Zeit. Bis ins 17. Jahrhundert, als Sevilla das Monopol für den Handel mit der Neuen Welt besaß, diente dieser Turm als Kontroll- und Zollposten für die mit Gold und Silber beladenen Schiffe aus Amerika.







Ein typischer Platz im Viertel Santa Cruz. Im Hintergrund die Giralda.










 Das Amphithaeter von Itálica, einer antiken römischen Stadt bei Sevilla.  
 
Die Flamencotänzerin und der Sänger.



Am 1.9. fand hier die erste Etappe der Vuelta a Espana, die Spanienrundfahrt, in Form eines Mannschaftszeitfahrens statt.

Eine typische Bar. Über der Theke hängt der iberische Schinken.






Der Strand von Matalascanas an der Antlantikküste. Wenn mich nicht alles täuscht, heißt der Name direkt übersetzt so viel wie Töte die Schankbiere... ;)






Miri ist gestern abend angekommen. Es ist halb vier und sie hält gerade Siesta ;). Die geht ungefähr von drei bis fünf Uhr nachmittags und wird von den Leuten, die es sich erlauben können, auch eingehalten. Die meisten Läden und Bars haben geschlossen und der Verkehr beruhigt sich ein bisschen. Dafür ist der ganze Tagesablauf um ca. zwei Stunden nach hinten verschoben, d.h. die Leute arbeiten bis um sieben, gegessen wird gegen neun und die Filme im Fernsehen beginnen erst um zehn.

Morgen fahren wir mit einem Mietauto für zwei Wochen nach Portugal an die Algarve, um zu baden und zu faulenzen und uns die Gegend anzuschauen.

Liebe Grüße und bis dann,

Robert